Alles neu macht der Mai: Update zum Friedenslauf für nachhaltigen Wandel!

Kurzum: Der Friedenslauf für nachhaltigen Wandel wird anders laufen. Nicht von Kassel über Frankfurt bis nach Berlin, sondern: Regionaler und kompakter. Wie es dazu kam, erzählen Euch die beiden Initiatoren Christoph und Janina in Ihrem Tagebuch. Viel Spass beim Lesen!

Am Montag, den 05.05.14. gings los: Mit dabei unser Bollerwagen, den wir kurz zuvor mit vereinten Kräften fertiggestellt hatten. Zu zweit machten wir uns auf den Weg quer durch die Stadt Richtung Fulda Aue in Kassel. Dort angekommen, sahen wir aus der Ferne eine Gruppe von Leuten, die uns sehr bekannt vorkamen. Einige Freigeister, darunter auch Maximilian, begrüßten uns herzlich mit einer Flasche Bier und nicht zu vergessen mit selbst gemachter Bowle von Max, die er auf seinem selbstgebauten „Bowle-Wagen“ spendierte. Nach ein paar guten Gesprächen machten wir uns, gemeinsam mit Maximilian in Richtung Orangerie auf. Wir nutzten die Gelegenheit und sortierten unseren Wagen, danach machten wir uns ein anständiges Abendbrot und führten gute Gespräche. Als es Zeit war unser Zelt aufzustellen, gingen wir drei gemeinsam in die Aue, wo uns Max einen wirklich schönes Fleckchen zeigte, Es wurde schon dunkel, und so entschieden wir uns unser Lager in der Aue aufzuschlagen und die erste Nacht mit Max zu verbringen. Wir bastelten uns aus einer Plane und unserem Bollerwagen ein stabiles Zelt und auch Max schlief bei uns, genug Platz hatten wir ja.

Ziemlich früh standen wir auf, um uns mit mit einem reichhaltigen Müsli zu stärken. Schnell die Planen zusammengerollt und Zähne geputzt entschlossen wir uns, unsere Reise aus Kassel zu beginnen. Wir liefen entlang der Fulda, dadurch hatten wir wenig Steigungen und keine große Mühe den Wagen zu schieben. Auf diesem Wege führten wir unser erstes Interview mit zwei älteren Herren (um die 90) aus Kassel, die den gesellschaftlichen Wandel wirklich beeindruckend darlegten. Natürlich hielten wir alles mit unserem Diktiergerät fest.

Unsere erste Rast machten wir in der Nähe von Muldebrücke an der Fulle. Es gab Reis mit Tomatensauce und Ei. Mittels unseres Campingkochers konnten wir unser Essen schnell zubereiten und: Es war richtig lecker! Gut gestärkt liefen wir weiter in Richtung Dörnhagen/Dennhausen. Auf diesem Weg hatten wir die ersten Steigungen zu bewältigen, die wir überraschender Weise ziemlich gut überwinden konnten. Als wir Dörnhagen passierten wurden wir plötzlich von einem Regenschauer überrascht. Schnell mussten wir einen Unterstellplatz suchen. In nicht weiter Ferne lag ein Sportplatz. Wir entschieden uns dort Unterschlupf zu suchen und dann weiter zu ziehen.

Unser Glück: Der nette Trainer der Bambini- Mannschaft bot uns einen Schlafplatz unter der Überdachung des Sportplatzes an. Wir konnten sogar die Duschen nutzen während die Fussballer trainierten. Frisch geduscht schmierten wir uns noch ein Brot. Wir wurden hier sehr nett empfangen, führten gute Gespräche und lachten viel. Gegen 23:00 Uhr hieß es aber auch für uns: Schlafenszeit. Also bauten wir unser Zelt auf und schliefen sofort ein. Den ersten Tag (8,2km) spürten wir doch sehr in den Knochen.

Von der Sonne geweckt standen wir am nächsten Morgen relativ früh auf, stärkten uns, und machten uns Gedanken, wie wir unsere weitere Route fortsetzen würden. Entlang eines Radweges machten wir uns auf in Richtung Guntershausen. Auf diesem Weg kamen wir an einem Bioland Hof vorbei. Wir waren beeindruckt von der Vielfalt der Tiere, die einfach zusammen, kunterbunt gemischt (Tauben, Gänse, Hühner, Enten, Schafe) zusammenlebten. Die Schafe liefen frei herum und ließen es sich gut gehen. Hier wollten wir einen Mittagsrast machen.

Heute gab es Reis mit Curry, beides gehört zu einem Spendenpaket der Bio Firma Rapunzel die uns mit diesem Care-Paket unterstützen. Man muss schon sagen: Das half uns enorm, sättigte und schmeckte echt lecker. Auch wenn wir hier gern länger geblieben wären, um den Besitzer der leider nicht zu Hause war zu Interviewen mussten wir doch aufbrechen, auch weil wir uns kurze Zeit später mit Basti in Grifte trafen, damit er uns die ersehnte restliche Technik bringen konnte. Schnell eingebaut und hey: Unsere Solaranlage und der Strom funktionierten.

Und doch: An dieser Stelle kamen uns die ersten Zweifel. Wir unterhielten uns darüber, wie viele Menschen wir so wohl erreichen würden und was kostentechnisch noch auf uns zukommen würde. Passend zum Thema sahen wir eine riesige schwarze Wolke auf uns zukommen und es fing prompt an in Strömen zu regnen. Als wir uns von Basti verabschiedeten, galt es einen Schlafplatz zu suchen. Wir sahen einen etwas größeren Bauernhof, der viele Kühe und Hühner beherbergte. Wir fragten nett nach und konnten in einer urigen, kleinen Garage auf dem Hof übernachten.

Unsere Zeltkonstruktion in dieser Nacht, war allerdings nicht die beste, da wir keine Möglichkeiten zur Befestigung unseres Halteseils finden konnten. Immerhin: Geschlafen haben wir trotzdem. Früh am morgen hörte man die ersten Arbeiten auf dem Hof. Wir aßen Nudeln mit einer frischen Soße, die wir uns am Abend zuvor an der Fulda zubereiteten. Die Inhaberin des Hofes war sehr nett und so konnten wir sie gleich nach nach der Hühnerhaltung fragen, die uns interessierte. Leider war es ein Bauernhof der konventionellen Landwirtschaft.

Am nächsten Morgen überdachten wir unseren Zeitplan allerdings noch einmal, und uns fiel auf, das wir mit diesem Tempo Frankfurt und die Maiprotestaktionen nicht rechtzeitig erreichen würden. Außerdem wachte Janina mit Rückenschmerzen auf. Nach kurzem Grübeln war klar: Wir werden den Friedenslauf umstrukturieren und unsere Friedenskundgebungen von Kassel aus organisieren, da wir auf diesem Weg mehr Menschen erreichen können und auch bessere Möglichkeiten haben. Die Geburtstagskundgebungen möchten wir gern in Kassel stattfinden lassen und auch auf den Aktionstagen in Frankfurt sind wir für diese Tage mit unserem Wagen präsent und wollen über aktuelle Themen aufklären.

So machten wir uns gesenkten Hauptes auf den Rückweg. Doch auch auf dem Rückweg genossen wir die Natur und die schönen Ecken, die wir auf unserer Reise bereits kennengelernt hatten. Wir machten kleine Pausen zwischendurch und hatten wirklich Glück, dass es nicht mehr regnete. Wir hielten uns wirklich gut und schafften einen großen Teil der Strecke zurück.

Allerdings machte uns ein unerwarteter Zwischenfall Kummer. Plötzlich hatten wir einen Platten und konnten so unmöglich weiterziehen. Chris lief in die nahliegende Ortschaft Dennhausen und reparierte den defekten Schlauch bei einem hilfsbereiten Anwohner. Unser Rad war wieder startklar und wir konnten weiterziehen. An der Hall of Fame in Kassel angekommen kam der nächste Zwischenfall. Uns platzte ein Reifen komplett. Es gab nur einen kurzen Knall und der Reifen war durch. Einfach nur ärgerlich. Wir mussten nun den Wagen, mit einem Platten durch die Aue ziehen, bis wir schließlich schwer erschöpft unseren Schlafplatz erreichten.

Am nächsten Morgen wollten wir nun auch den restlichen Weg in Richtung Kunstwerkstatt schaffen. Mit einem platten Reifen an der Vorderachse, erschwerte sich das Ziehen des Wagens allerdings maßgeblich. Völlig platt erreichten wir unser Ziel und hatten erstmal nur eines im Sinn: Etwas zu essen. Wir werden unser Projekt in Kassel fortführen, sodass sich unsere Bemühungen doch noch auszahlen. Wäre doch gelacht! ;o)

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